Es ist nicht nur WAS wir tun oder WIE wir etwas tun – es geht auch darum, WARUM wir es tun

Manchmal geht es nicht nur um das WAS oder WIE, sondern WARUM wir etwas tun. Vor allem dann, wenn wir zwar sehr konkret Pläne haben, diese aber nicht angehen oder nur mit unbefriedigend geringer Energie verfolgen.

Sei es nun, ob Sie…

  • …nach einigen Workshops sich mit den Kollegen Ihres Führungs- oder Projektteams auf eine neue Strategie geeinigt haben,
  • …oder nach Problemen in einem Projekt die Ziele und/oder die Marschroute neu festgelegt haben,
  • …Sie sich beruflich neu orientieren und eigentlich nur noch den neuen Arbeitsvertrag unterschreiben müssten,
  • …oder mit dem Rauchen aufhören oder einfach nur wieder mehr Sport machen wollen

Manchmal hakt es einfach und es will einfach nicht richtig losgehen. Woran mag das liegen?

In Workshops, Strategieentwicklungen, Coachings und auch in der Psychotherapie lassen sich derartige Probleme mannigfaltig bearbeiten. Die Untersuchung von Blockaden, noch mehr Lösungsansätze, das erneute Durchdenken, das Schmieden noch besserer Pläne und vieles mehr kann helfen, die Energie zu finden, etwas umzusetzen, das eigentlich schon längst klar ist und nur noch gemacht werden will. Und in manchen Fällen klappt eben genau das nicht.

Es gibt eine Dimension, die oft unterschätzt und wenig berücksichtigt bleibt: WARUM wir etwas tun. Die tieferen Beweggründe die uns antreiben, die uns zu Leistung treiben, die über das bisherige hinausgeht, die wirkliche Zufriedenheit schafft und Motivation freisetzt, hat sehr viel damit zu tun, was uns unserem Tun Sinn gibt.

Simon Sinek, amerikanischer Autor von „Start with why“ und Business-Tausendsassa, hat dazu einen (etwas pathetisch angehaucht vorgetragenen) TED-Vortrag gehalten, den ich recht inspirierend fand:

Vielleicht kennen Sie das ja: es steht etwas an und Sie wissen nach reiflicher Überlegung recht genau, was Sie zu tun haben. Das Ziel – und wir müssen ja jederzeit ziel- und lösungsorientiert sein, zumindest macht das nach kurzer Überlegung reichlich Sinn – ist klar; sie wissen schlicht und ergreifend was zu erreichen ist. Die Alternativen, wie Sie das verlangte Ziel erreichen haben Sie sich erarbeitet, abgewogen und Sie wissen, auf welchem Wege, also wie Sie Ihr Ziel erreichen werden.

Wie kommt es denn dann, das Sie so wenig Begeisterung verspüren loszulegen, so wenig Kraft, Energie und Freude verspüren die anstehenden Aufgaben zu lösen? Ziemlich wahrscheinlich kennen Sie dieses Phänomen.

Im Alltag geht der Sinn, das tiefere Warum, freilich oft verloren. Die Alltagszwänge denen wir alle unterliegen legen sich nur allzu gerne wie ein Deckmantel über unsere tieferen Beweggründe. Dazu kommen die Automatismen, die wir alle entwickelt haben um möglichst effizient durch eben diesen Alltag zu kommen (man stelle sich nur mal vor, wie kompliziert das Leben wäre, wenn wir diese nicht hätten). Alltagszwänge, Automatismen und auch die eigenen Innern Stimme übertönenden Stimmen anderer sorgen oft dafür, dass wir den Kontakt zu dem verlieren, was uns Sinn gibt und eigentlich die Triebfeder unseres Tuns sein sollte.

Bringen Sie etwas mehr Achtsamkeit in Ihre Vorhaben – und lauschen Sie gelegentlich Ihren inneren Stimmen. Sie werden sehr genau wahrnehmen, was Sie eigentlich wollen, was ihrem Tun Sinn gibt, was Ihnen Zufriedenheit verschafft. Dies ist allerdings kein bequemer Weg – erfordert es doch einigen Mut, sich selbst zu vertrauen und danach zu handeln. Wenn Sie so wollen, haben Sie es dann mit den Gründen zu tun und nicht mehr mit den Ausreden, die Sie davon abgehalten haben etwas zu tun. Und Sie werden auch kaum darum herumkommen etwas anders, oder – vielleicht viel wichtiger – etwas Anderes zu machen.

Nun, was gibt Ihrem Tun Sinn? Oder was würde Ihrem Tun Sinn geben?

Dieser Artikel wurde von Oliver Winkel zuerst veröffentlicht am 7. Juli 2012 auf http://www.mindfulness-coaching.com

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